Die Helmzier

Details zum Vortrag vom 2. April 2004 am 777. Bott der Gilde der Zürcher Heraldiker

 

Bildmaterial zum Kapitel
"Helmschau und Turnier"

 

Helmschau und Turnier

Helmschau, aus Conrad Grünenberg’s Wappenbuch

   
 
   

Küriss-Sattel

Vorder- und Hintersteg zieren getriebene und gravierte, versilberte Beschläge, die Reiterkämpfe mit Lanze und Schwert darstellen. Die Helme sind mit Helmzierden geschmückt.

Deutsche Arbeit, Ende 16. Jahrhundert

Historisches Museum zu Dresden

 

   

Turnierbuch Herzog Wilhelms IV. von Bayern

 

Darstellung eines Feldturniers, zu dem die Reiter im ganzen Feldharnisch auf geharnischtem Ross mit Zimier auf dem Helm sowie heraldischen Motiven auf Fürbug und Gelieger erscheinen. Dem Spiessbrechen folgte der Kampf mit 1 bis 2 stumpfen Turnierschwertern.

 

 

   
Rechte Hälfte des dargestellten Turniers

 

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

 

 

   

Gestech im hohen Zeug,
aus dem Turnierbuch von Hans Burgkmair d. J. von 1529.

 

Die Reiter tragen das Stechzeug sowie die Stechstange mit Krönlein und Brechscheibe. Das Ross trägt den Rossharnisch, darüber die bemalte Decke, die über die Beine des Reiters und über den Vordersteg des Sattels gelegt ist, und einen Schellenkranz. Die Farben des Zimiers wiederholen sich auf der Tartsche, dem Harnischröckchen des Reiters und der Ausrüstung des Pferdes.

 

 

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

 

   

Kaiser Maximilian im Turnierkampf

Aus dem Versepos
„Freydal“, um 1512

llustation aus:
Karl Brunner / Falko Daim;
Ritter Knappen Edelfrauen

   

Darstellung von Setztartschen zum Rollen und Stellen mit Öffnungen zum Ausblick und Waffengebrauch

(aus Konrad Kyeser, Bellifortis, um 1405)

Es ist nicht üblich, dass bei Gefechten und anderen Kampfhandlungen die Helmzier getragen wurde – sie wäre nur hinderlich. Da es sich um ein „Lehrbuch für Befestigungs- und Belagerungstechniken“ handelt, ist die zum Turnier gerüstete Person lediglich zum Zweck des Grössenvergleichs gezeichnet.

 

Darstellung eines Turniers, Anfangs 15. Jahrhundert

Szene aus dem Epos „Tristan und Isolde“

Der Ritter träge kein Zimier auf seinem Helm

Illustation aus:
Karl Brunner / Falko Daim;
Ritter Knappen Edelfrauen

   

Weitere Darstellung aus dem Epos „Tristan und Isolde“

Zweikämpfe dienten der körperlichen Ertüchtigung und – im Ernstfall – der Wahrheitsfindung in Form eines Gottesurteils.

Auch hier werden auf den Helmen keine Zimiere getragen.

 

   

Darstellung aus einem englischen Turnierbuch (military roll) von 1448

Die Helme sind nur mit dem Wulst in den Schildfarben geschmückt.

 

   

Darstellung eines Turniers aus Conrad Grünenberg’s Wappenbuch
(obere Hälfte)

 

   

Untere Hälfte der Darstellung aus Conrad Grünenberg’s Wappenbuch

Die Helme werden ausnahmslos ohne Helmzier getragen.

 

   

Auf der nachfolgenden Seite in Conrad Grünenberg’s Wappenbuch wird ein anderes Turnier gezeigt, auf welchem die Helme mit Zimieren geschmückt sind.

 

   

Aus dem Turnierbuch des Ritters Ludwig von Eyb d.J. 1519
(Bayerische Staatsbibliothek, München):

Ein unrechtmässiger Teilnehmer muss zur Strafe auf der Schranke sitzen- Als Einziger trägt er den Helm ohne Helmzier!

 

   

Es folgen einige Darstellungen aus dem Turnierbuch

Codex Rossianus 711

(Biblioteca Apostolica Vaticana)

 

 

   
 
   
 

 

  

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Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen