Die Helmzier

Details zum Vortrag vom 2. April 2004 am 777. Bott der Gilde der Zürcher Heraldiker

 

Bildmaterial zum Kapitel
"Wie ist die Helmzier auf dem Helm befestigt?"

 

Wie ist die Helmzier auf dem Helm befestigt?

Deutsches Stechzeug

Der schwere Stechhelm mit hohen, zum Sehspalt vorstrebenden Wänden, flachem Scheitelstück und paarweise angeordneten Löchern zur Befestigung der Harnischhaube und des Zimiers wird an der Harnischbrust mit Schrauben, am Rücken mit der Helmzagelschraube befestigt.

 

Historisches Museum zu Dresden

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

   
 
   

Sächsischer Turnierharnisch

(für das welsche Gestech)

Der Rennhut des blanken Harnischs hat einen Stirnstulp und steilen Kamm, an dem das mit dem Rücken verbundene Gestänge zum besseren Halt der Kopfbedeckung befestigt ist.

Sächsische Arbeit, letztes Drittel 16. Jahhundert

Historisches Museum zu Dresden

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

   

Halber Harnisch, aus Kupfer, graviert und vergoldet. Der Burgunderhelm mit hohem Kamm, Stirnstulp, aufschlächtigem Visier und Visierstütze ruht auf dem fünfmal geschobenen Kragen.

Angefertigt für Kurfürst Christian I. zu einer Festlichkeit 1590 in Dresden

 

Die wenigsten Helme weisen Vorkehrungen wie Schraubenlöcher oder Haken zum Befestigen der Helmzier auf. Das widerspricht den zahlreichen bildlichen Darstellungen, auf welchen bei den Turnieren die Helme mit den Helmzieren geschmückt waren. Es ist davon auszugehen, dass bei solchen Prunkrüstungen die Gravuren und Ziselierungen der Helmzier vorgezogen wurden.

 

   

Fussturnierharnisch

 

Der geschlossene Helm mit niedrigem Kamm, Stirnstulp und spitz vorgetriebenem Visier mit Luftgebe ruht auf dreimal geschobenem Kragen. Angefertigt vom Hofplattner Jacob Jöringk für Johann Georg II., getragen bei Fussturnieren am Dresdner Hof.

Der "Federbusch" ist eine Beifügung aus heutiger Zeit und dürfte kaum authentisch überliefert sein.

 

Historisches Museum zu Dresden

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

   

Harnisch für Mann und Ross, blank mit vergoldeten Ätzstreifen und bunt emaillierten Wappen.

Reichhaltigste Garnitur des Historischen Museums zu Dresden und reifstes Werk Peffenhausers.

 

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

   
Das obere Rennzeug trägt auf der Harnischbrust das zwölfteilige, herzoglich sächsische Wappen und auf dem Rennbart die zugehörigen Helme mit Zimieren. Es ist zwischen 1550 und 1560 vom fränkischen Plattner Hans Rosenberger für Kurfürst August geschlagen worden. Das zweite Rennzeug stammt aus der Werkstatt des Wittenberger Plattners Sigmund Rockenberger.

 

 

   

Historisches Museum zu Dresden

Illustration aus:
Wozel/Kaprinski,
Turniere

 

 

   
Nachbildung eines Topfhelms mit aufgebundener Helmzier. Diese besteht aus zwei mit (handgewebten) Leinen bespannten Holzfächern, an deren Enden Pfauenfedern eingesetzt sind. Wie an der Darstellung des Wolfram von Eschenbach im Codex Manesse erkennbar wurden frühe Zimiere nicht nur an der Scheitelplatte des Topfhelms, sondern auch seitlich an diesem Befestigt.

 

   

Replik des Topfhelms von Madeln (BL) aus der Zeit um 1300, mit aufgesetzter Helmzier und Helmdecke.

Die dargestellte Helmzier eines Einhornkopfes besteht aus geschnitztem Holz. Der auf dem Helm aufgesetzte Teil wurde aus Leder geformt und zusätzlich durch Knochenleim und Leinwandschichten verstärkt, anschliessend mit Kreidegrund überzogen und bemalt. Die Fixierung am Helm erfolgt mittels zweier Lederriemen, die zugleich dass Helmfutter durch vier Löcher an der Scheitelplatte halten.

 

   
 
   

Beispiel aus Conrad Grüneberg’s Wappenbuch:

2. Schild von links: In Rot silberner Einhornrumpf (von Rümlang)

 

 

  

Zurück zum 2. Teil (Die ältesten Belege)

  

Weiter zum 4. Teil (Helmschau und Turnier)

 

zurück

Hans und Maria Rüegg
LI-9495 Triesen